von Heiko Frost
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18 Okt., 2020
Wenn wir an Armut denken, dann denken wir in der Regel nicht zuerst an Deutschland. Aber auch hier bei uns in Deutschland, auch hier bei uns im Wahlkreis, existiert eine ernstzunehmende Bedrohung von Armut oder auch ganz reale Armut. Die Gründe dafür sind vielseitig: Arbeitslosigkeit, Krankheit oder auch einfach nur Pech. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass besonders alleinerziehende Berufstätige und Familien mit Kindern besonders von Armut bedroht sind oder in Armut leben. Wenn wir von Armut sprechen, dann sprechen wir in der Regel von einem Mangel an Einkommen. Wenn wir uns diesen Mangel aber genauer anschauen, dann sprechen wir davon, dass es vielen Menschen nicht möglich ist, Freunde zum Essen einzuladen oder auch ihrer Familie jede Mahlzeit zu ermöglichen. Wir sprechen davon, dass viele Menschen sich nicht einem Kinobesuch anschließen können oder nicht den Beitrag für den Sportverein aufbringen können. Wir sprechen von einem Ausschluss vom sozialen und kulturellen Leben. Besonders hart trifft dieser Ausschluss immer die Kinder, die in Armut aufwachsen. Dieser Umstand trifft laut einer Studie des Institutes für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) auf knapp 2 Millionen Kinder- und Jugendliche in Deutschland zu. Je länger Kinder und Jugendliche im Armut leben, desto negativer sind die Folgen für ihre Entwicklung und Bildungschancen. „Sie haben häufig kein eigenes Zimmer, keinen Rückzugsort für Schularbeiten, essen kaum oder gar kein Obst und Gemüse. Verglichen mit Kindern in gesicherten Einkommensverhältnissen sind arme Kinder häufiger sozial isoliert, gesundheitlich beeinträchtigt und ihre gesamte Bildungsbiografie ist deutlich belasteter“ gibt das ISS an. Armut bekämpfen wir am sinnvollsten, wenn wir uns für gute Bildung und für gute Arbeit stark machen. Mit der Einführung des Mindestlohns, mit dem Gute-Kita-Gesetz, mit der Grundrente haben wir hier große Erfolge erzielt und den Weg in die richtige Richtung eingeschlagen. Wir müssen in einer Gemeinschaft aus Politik und Wirtschaft ein Umfeld schaffen, in dem alle die Chance haben Arbeit zu finden und von dieser Arbeit leben können. Wir müssen den Fokus aufs Gemeinwohl richten und dürfen niemanden, weder die Großen noch die Kleinen, in eine Perspektivlosigkeit entlassen. Ein wirksames Modell ist die Gemeinwohlökonomie. Ich kann viele Geschichten erzählen, ob aus Kita oder Schule. Wir arbeiten mit eben genau diesen Kindern und Familien bei Adelby1. Aber auch der Armut auf anderen Kontinenten oder in europäischen Ländern müssen wir konkreter begegnen. Sie bringt Menschen auf den Weg, sie muss von uns bedeutender beantworten werden. Wir müssen handeln und einen Teil unseres Wohlstandes dort engagiert und nachhaltig einbringen. Armut bekämpfen wir, wenn wir uns für Gerechtigkeit und Solidarität stark machen. Dafür steht die SPD in der Regierungskoalition ein. Dafür stehe auch ich persönlich ein.